Content Management Systeme

WordPress 5 von Richard Eisenmenger*

1. Was ist ein Content Management System?

Ein Content Management System (CMS) ist eine Software mit der die Erstellung von HTML Seiten ohne grundlegende HTML Kenntnisse möglich ist.
Soweit die allgemeine Meinung und die Theorie.
Nach meiner Erfahrung ist diese Aussage so aber nicht ganz richtig. Es mag zwar sein, dass Sie sich gegebenenfalls eine Homepage mit einer fertigen mitgelieferten Vorlage schnell erstellen können, aber wenn Sie diese Vorlage an Ihre eigenen Bedürfnisse anpassen wollen und/oder Ihre Homepage erweitern wollen, werden Sie schnell feststellen, dass Sie zumindest Grundkenntnisse in HTML haben müssen, um weiterzukommen.

Grundkenntnisse in HTML können Sie sich beispielsweise auf meiner Seite HTML Tutorial aneignen.

Content Management Systeme trennen grundsätzlich das Layout der Webseiten und deren Inhalt. Ein Vorteil der Nutzung solcher Systeme ist, dass man bei einer Layoutänderung diese nur einmal machen muss, und sich diese Änderung dann auf alle anderen Seiten automatisch auswirkt.
Das ist natürlich eine enorme Arbeitserleichterung, als wenn man unter Umständen hunderte von Seiten von Hand ändern muss.

Ein weiterer Vorteil ist, dass man die Inhalte ähnlich wie in einer Textverarbeitung eingeben kann, ohne sich mit HTML auseinandersetzen zu müssen.

Es gibt viele verschiedene Systeme auf dem Markt. Viele davon sind kostenlos nutzbar. Wenn die Systeme kostenlos sind, heißt das nicht, dass sie nicht leistungsfähig sind. Die meisten Systeme haben mehr Funktionen als man braucht.

Es gibt CMS, die Webseiten dynamisch erstellen und welche die statische Webseiten erstellen.

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2. Dynamische CMS

Dynamische CMS sind eher große Systeme, die viele Abhängigkeiten haben. Der Inhalt der Webseiten wird in einer Datenbank hinterlegt.
Wenn die Webseite vom Browser angefordert wird, wird die HTML Seite in dem Moment "dynamisch" aus der Datenbank von dem CMS erzeugt und an den Browser übermittelt.
Auf dem Server liegen also keine fertigen HTML Seiten sondern ein Datenbanksystem und viele Zusatzprogramme, die eine HTML Seite erst erzeugen, wenn sie aufgerufen wird.

Dynamische CMS sind in der Regel sehr leistungsfähig. Es gibt bei den bekannten großen Systemen manchmal tausende von Plugins, die das ohnehin schon große Leistungsspektrum erweitern.
Bei dynamischen CMS kann man in der Regel Rechte vergeben, so dass mehrere Personen an einem Projekt arbeiten können.
Oft arbeitet man direkt auf dem Server, so das das lästige hochladen auf den Server entfällt.
Viele Aufgaben, die man sonst mühsam von Hand erledigen muss, werden von solchen Systemen automatisch umgesetzt.
Das spart viel Zeit, die man in die Inhalte der Website investieren kann.
Da die Seiten dynamisch erzeugt werden, sind sie auch entsprechend flexibel. Das bedeutet, dass Webseiten zum Beispiel angepasst an den jeweiligen Browser und/oder das entsprechende Endgerät optimiert dargestellt werden können, wobei das aber genau so gut mit statischen CMS realisiert werden kann.

Wo viel Licht ist, ist bekanntlich auch viel Schatten.

Da die Seiten erst dynamisch erzeugt werden müssen, sind die Ladezeiten deutlich höher als wenn bereits fertige Seiten vorliegen.
Beim Ranking von Webseiten in Suchmaschinen ist die Ladezeit einer Webseite ein wichtiges Kriterium.
Die Systeme bieten aufgrund ihrer Komplexität eine gute Angriffsfläche für Hacker.
Die Zeit, die man mit dynamischen CMS spart, muss man zumindest teilweise darin investieren häufig Sicherheitsupdates einzuspielen, wenn man nicht Gefahr laufen will, dass die eigene Seite gehackt wird.
Es ist auch ein relativ hoher Einarbeitungsaufwand nötig, bis man mit so einem System vernünftig arbeiten kann.
Als größten Nachteil dieser Systeme empfinde ich die Abhängigkeit. Sie brauchen einen Provider, der Ihr gewähltes CMS unterstützt.
Den zu finden ist einfach. Aber wenn ihre Website steht, sind sie sowohl von dem Provider als auch von dem gewählten CMS abhängig. Wollen Sie eines oder beides wechseln, müssen Sie Ihre Seite wahrscheinlich komplett neu aufsetzen.

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3. Statische CMS

Statische CMS auch englisch als "Static Site Generator" betitelt sind weniger komplex. Es gibt wenige oder sogar gar keine Abhängigkeiten. Der Einarbeitungsaufwand ist oft geringer. Er sollte aber auch nicht unterschätzt werden.

Es gibt statische CMS, die man lokal auf dem eigenen Rechner installieren kann, als auch solche die auf dem Webserver installiert werden müssen.
Bei den letztgenannten erstellt man seine Seiten auch direkt auf dem Webserver. Das hochladen der Dateien entfällt also.
Obwohl das bequemer ist, bevorzuge ich ein CMS das lokal auf dem eigenen Rechner läuft, weil ich dann die komplette Kontrolle über das ganze System habe.

Auch bei statischen Content Management Systemen werden einem viele Routineaufgaben von dem System abgenommen.

Die Leistungsfähigkeit dieser Systeme ist unter Umständen nicht ganz so hoch, wie die der dynamischen CMS aber für die meisten Webpräsenzen mehr als ausreichend.
Auch bei den statischen CMS lassen sich teilweise Funktionen über Plugins nachrüsten.
Bei statischen CMS werden die Seiten, wie der Name schon sagt, statisch erzeugt. Die Seiten sind also "fertig".
Sie müssen dann aber bei CMS die lokal arbeiten anschließend auf den Server hochgeladen werden.

Der Einsatz eines statischen CMS ist sehr interessant. Wenn man im Netz etwas stöbert, findet man einige Websitebetreiber, die von einem dynamischen CMS auf ein statisches CMS umgestiegen sind, weil ihnen der Pflegeaufwand der dynamischen Systeme zu aufwändig geworden ist.
Was den Provider als auch einen Providerwechsel betrifft, ist man bei dem Einsatz eines statischen CMS flexibel.
Die Seiten liegen auf dem eigenen Rechner und können so ziemlich bei jedem Provider gehostet werden.
Will man den Provider wechseln, lädt man seine Webpräsenz einfach auf den Webspace des neuen Providers hoch.
Abhängig macht man sich in engen Grenzen nur von dem statischen CMS selber.

Bekannte statische Content Management Systeme sind:
  1. jekyll
  2. Hexo
  3. Gatsby
  4. HUGO
  5. NUXT
  6. MkDocs
  7. Pelican
  8. Metalsmith
  9. Middleman
  10. Spike

Eine Linkauswahl zu Content-Management-Systemen finden Sie hier: Content Management Systeme

Nachdem ich meine Seiten lange Zeit "von Hand" selber geschrieben habe, habe ich meine Website inzwischen erfolgreich auf ein statisches CMS umgestellt.
Meine Wahl viel zuerst auf Hugo. Damit bin ich aber nicht zurecht gekommen und bin dann auf Jekyll umgestiegen.

Mehr dazu können Sie in meinem Blogartikel:

Warum ich mich für Jekyll und gegen Hugo entschieden habe!

nachlesen.

Nach der doch teilweise recht langwierigen Einarbeitung möchte ich das CMS meiner Wahl inzwischen nicht mehr missen und kann es jedem Webmaster uneingeschränkt empfehlen.

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4. Video über den Static Site Generator Jekyll im kommerziellen Einsatz

Wenn Sie wissen wollen, wie leistungsfähig Jekyll ist,
empfehle ich Ihnen sich folgendes englischsprachige Video anzusehen:

Getting Sh*t Done with Jekyll
In diesem Video von Ronan Berder wird gezeigt, das sich mit Jekyll auch sehr große Websites realisieren lassen.

Lassen Sie sich von dem "robust" formulierten Titel des Videos nicht abschrecken. Das ist halt so sein Stil.
Ronan Berder hat mit Jekyll große kommerzielle Websites für Unternehmen realisiert, die Sie garantiert kennen.

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Die Datei wurde zuletzt aktualisiert am: 04.09.2020